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Rezension zu ERNÄHRUNGSVERHALTEN

Hauswirtschaft und Wissenschaft, 29.06.2005
Trotz umfangreicher Aufklärung und Schulung hat sich das Ernährungsverhalten der deutschen Bevölkerung in den vergangenen Jahren nicht grundlegend gebessert. Gemessen an den Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist die Nahrungsaufnahme im Durchschnitt zu energiereich, zu fett, zu eiweißhaltig und zu ballaststoffarm. Offensichtlich führte das verbreitete Wissen nicht auf breiter Basis zu der intendierten Verhaltensänderung. Dabei müsste die erwünschte Wirkung angesichts der möglichen Inkonsistenzen zwischen Wissen, Einstellungen und Verhalten von vornherein bezweifelt werden. Wissen muss nämlich bewertet werden, wobei diese Bewertung wiederum persönlichkeitsspezifischen und situationsbedingten Einflüssen unterliegt. Hier zeigt sich die begrenzte Wirkungsmöglichkeit von Information und Aufklärung.
Wesentlich effektiver ist die Ernährungsberatung, die den individuellen Besonderheiten des Einzelnen eher gerecht werden kann. Der gewünschte Effekt einer Verhaltensänderung wird aber nur eintreten, wenn in einer Ernährungsberatung mehr geschieht als nur die reine Wiedergabe von Faktenwissen. Vielmehr muss der Ernährungsberater neben der Fachkompetenz und der Methodenkompetenz über eine hohe Sozial- und Selbstkompetenz verfügen. In dem Buch "Ernährungsverhalten und Ernährungsberatung" von Werner Merkle und Hartmut Knopf werden die erforderlichen Kompetenzmerkmale einer Ernährungsberaters auf der Grundlage der Besonderheiten des Ernährungsverhaltens ausführlich begründet. In einer empirischen Studie wird die mögliche Abneigung dieser Kompetenzen untersucht.

 

KnackPunkt, Verbraucherzentrale NRW, Februar 2006, Mechthild Freier
Ausgangssituation für dieses Werk ist die Tatsache, dass sich trotz umfangreicher Aufklärung und Schulung das Ernährungsverhalten der deutschen Bevölkerung in den vergangenen Jahren nicht grundlegend gebessert hat.

Die Herausgeber gehen davon aus, dass eine Ernährungsberatung, die den individuellen Besonderheiten des Einzelnen wesentlich besser gerecht werden kann, auch eher zu einer Verhaltensänderung führen wird. Voraussetzung ist jedoch, dass in der Ernährungsberatung nicht nur Faktenwissen weitergegeben wird. Vielmehr muss der Ernährungsberater neben der Fach- und Methodenkompetenz auch über eine hohe Sozial- und Selbstkompetenz verfügen.

Letzteres ist Thema des Buches. Es werden Kompetenzmerkmale des Ernährungsberaters herausgearbeitet und deren mögliche Aneignung im Rahmen der Ausbildung diskutiert. Zunächst gehen die Herausgeber auf Einflussfaktoren des Ernährungsverhaltens ein, wie Appetit und Sättigung oder Gewohnheit und Geschmack. Einen ersten Schwerpunkt des Buches bilden die Anforderungen an die Kompetenzen eines Ernährungsberaters. Dabei unterscheiden die Herausgeber zwischen Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz. Sie erläutern ausführlich, was jeweils darunter zu verstehen ist und zeigen, wie vielfältig die einzelnen Kompetenzbereiche sich überschneiden bzw. miteinander verbunden sind. Den zweiten Schwerpunkt des Buches bildet die empirische Untersuchung. Ihr Ziel ist es herauszufinden, inwieweit ein Studium dazu beitragen kann, die genannten Kompetenzen zu fördern. Um dieses zu ermitteln, wurden zunächst drei teilstandardisierte Interviews mit Ernährungsberatern durchgeführt und diese in strukturierter Form in dem Buch wiedergegeben. Werden die Ergebnisse aller drei Interviews zusammengefasst, so stellt sich eine Übereinstimmung der theoretischen Anforderungen mit den von den Beratern genannten Anforderungen an die Kompetenzen heraus. In den empirischen Untersuchungen wurden dann Studierende vor und nach einem studienbegleitenden Betriebspraktikum befragt und ermittelt, ob dieses - wie angenommen - einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Persönlichkeitsmerkmale nimmt. Mittelpunkt der Untersuchung war es herauszufinden, welche konkreten Praxiserfahrungen die Persönlichkeitsmerkmale hinsichtlich der beruflichen Kompetenz eines Ernährungsberaters beeinflussen. Auch die Interviews mit den Studierenden werden im Buch wiedergegeben. Die Auswertung der Interviews ergab, dass die zugrunde liegenden Hypothesen sich bestätigten.

In ihren Schlussfolgerungen schlagen die Herausgeber u. a. vor, die Praktikumsausrichtung vermehrt an den Erfordernissen eines Ernährungsberaters auszurichten und/oder diese Kompetenzentwicklung verstärkt in der studentischen Lehre zu realisieren.

 

 

VDOE POSITION, 3/06, Stefanie Braun
Was zeichnet einen erfolgreichen Ernährungsberater aus? Keine Frage, hohe Fach- und Methodenkompetenz sind wichtige Voraussetzungen. Das Tüpfelchen auf dem "i" aber ist eine ausgeprägte Selbst- und Sozialkompetenz. Und genau darum geht es in diesem Buch: Die beiden Autoren betonen den Stellenwert von Persönlichkeitsmerkmalen wie Sensivität, Privatheit, Offenheit für Veränderung, Besorgtheit oder auch emotionaler Stabilität für den Beratungsprozess. Anschließend zeigen sie Wege auf, wie diese Schlüsselkompetenzen erworben werden können.

Im Rahmen einer kleinen empirischen Studie, basierend auf Interviews mit Studenten, wird die Auswirkung von Studienpraktika auf diese und andere Merkmale der Selbst- und Sozialkompetenz genauer untersucht. Ein sehr lesenswertes Fachbuch für alle, denen der Erfolg der Klienten in der Ernährungsberatung am Herzen liegt; sei es als Berater in der Praxis, als Lehrender oder Lernender!

 


Schlagwörter: Ernährung, Nahrung, Beratung, Ernährungsverhalten, Ernährungsberatung, Information, Aufklärung, Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Schriftenreihe zur Entwicklung sozialer Kompetenz, Rezensionen.

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Letzte Änderung: Donnerstag, 21.02.2008   Obacht! Diese Webseite ist urheberrechtlich per Copyscape geschützt!   Erstellt von TYPO3-Beratung.com