Trotz umfangreicher Aufklärung und Schulung hat sich das Ernährungsverhalten der deutschen Bevölkerung in den vergangenen Jahren nicht grundlegend gebessert. Gemessen an den Referenzwerten der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung“ ist die Nahrungsaufnahme im Durchschnitt immer noch zu viel, zu fett, zu eiweißreich und zu ballaststoffarm. Offensichtlich führte das verbreitete Wissen nicht auf breiter Basis zu der intendierten Verhaltensänderung. Dabei musste die erwünschte Wirkung angesichts der möglichen Inkonsistenzen zwischen Wissen, Einstellungen und Verhalten von vorneherein bezweifelt werden. So muss das Wissen bewertet werden, wobei diese Bewertung wiederum persönlichkeitsspezifischen und situationsbedingten Einflüssen unterliegt. Hier zeigt sich in besonders prägnanter Weise die begrenzte Wirkungsmöglichkeit von Information und Aufklärung.
Wesentlich effektiver ist sicherlich die Ernährungsberatung, die den individuellen Besonderheiten des Einzelnen wesentlich eher gerecht werden kann. Der gewünschte Effekt einer Verhaltensänderung wird aber nur dann eintreten, wenn in einer Ernährungsberatung mehr geschieht, als nur die reine Wiedergabe von Faktenwissen. Vielmehr muss der Ernährungsberater neben der Fachkompetenz und der Methodenkompetenz auch über eine hohe Sozial- und Selbstkompetenz verfügen.
In diesem Buch werden die erforderlichen Kompetenzmerkmale eines Ernährungsberaters auf der Grundlage der Besonderheiten des Ernährungsverhaltens ausführlich begründet. In einer empirischen Studie wird die mögliche Aneignung dieser Kompetenzen untersucht.
Schlagwörter: Ernährung, Nahrung, Beratung, Ernährungsverhalten, Ernährungsberatung, Information, Aufklärung, Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Schriftenreihe zur Entwicklung sozialer Kompetenz.